Skitourenerlebnis Silvretta 2016

Die Bielerhöhe ist das Tor in die "Blaue Silvretta", wie dieses unvergleichliche Gebiet in den zentralen Ostalpen mit seinen Gletschern auch genannt wird.....

Malerisch thront die Ausbildungshütte der Naturfreunde in der sonnenüberfluteten Senke am kleinen Hügel des Silvrettadorfs. Es ist ein idealer Ausgangspunkt herrlicher Skitouren bis hin zu etlichen der rund 64 Dreitausendern in dem Gebiet. Verschiedenste Touren von Anfängern bis zu Fortgeschrittenen stehen je Schnee- und Witterungsverhältnissen zur Auswahl. Die diesjährige Tourenwoche vom 3. bis 9.4.2016 der Ortsgruppe Bludenz stand unter der Leitung von Günter Griesser und Elmar Madlener. Der Ausbildungs-Guide Wolfgang Illmer konnte bei diversen Touren als Führungs- und Schlussmann Erfahrungen mit größeren Gruppen sammeln.

 

Die Wetteraussichten für die Skitourenwoche waren eher bescheiden und dämpften mit der kräftigen Südströmung zu Beginn die Tourenfreuden etwas. Warme Temperaturen bis zu +10 Grad, starker Wind und kaum eine Abstrahlung in den Nächten erforderten eine besonnene Tourenplanung. Trotzdem gelang es dem Leitungsteam ansprechende und gelungene Touren zu finden. Mit frühem Aufbruch und zeitiger Rückkehr wurde der tageszeitlichen Zunahme der Lawinengefahr bis auf Stufe 3 Rechnung getragen.

Am Anreisetag ging es nach dem Hüttenbezug gleich ins Bieltal mit Tourenziel Radschulter. Das war gut zum Eingewöhnen und man bekam beim Abfahren einen ersten Eindruck vom Schnee, der zonenweise schwierig zu befahren war - wir sprachen auch vom "technischen Schnee".

Montags sehr früh brachen wir bereits zum ersten Highlight auf – die Haagspitze. Auf den 3.000er ging es über die Nordflanke im Aufstieg und auch bei der Abfahrt. Die Steilpassagen wurden von der Gruppe bravourös gemeistert und der Gipfel bot einen phantastischen Rundblick.

Am Dienstag musste wegen ungünstiger Schneeverhältnisse das Tourenziel Lobturm revidiert werden. Nassschnee schon am Morgen zwang zum günstigeren Tourenziel Seelücke, was sich im Nachhinein als genau richtig herausstellte. Nach der Rückkehr hatten Vier noch nicht genug und statteten der Wiesbadener Hütte einen Besuch ab.

Das "richtige" Wetter herrschte am Mittwoch für die obligatorische Lawinenkunde und den Auffrischungskurs zur Lawinen-Verschütteten-Suche. In Gruppenarbeit wurde die Problematik theoretisch erarbeitet und dann auf einem Suchfeld praxisnah durchgespielt.

Donnerstags machten wir uns zur Mittleren Getschnerspitze auf - ein weiteres Highlight. Im Nebel ging es hinauf bis zum Runden Kopf. Ab da hatten wir prächtiges Tourenwetter und konnten auf dem Gipfel die herrliche Rundsicht genießen. Harter Schnee im Steilhang und wunderbarer Firn bis knapp zum Bieltalbach bereitete unbeschwertes Abfahrtsvergnügen und ausgelassene Freude.

Am Freitag ging es im Nebel zur Scharte bei den Kleinen Klostertaler Egghörnern. Erfahrung und gute Geländekenntnisse brachten alle sicher zum Ziel. Knapp über der Nebelobergrenze konnten wir etwas den Blick schweifen lassen. Bald aber zogen hohe Wolken auf und mahnten zur Abfahrt. Entlang der Aufstiegspur ging es auf Firn mit feiner Pulverschneeauflage zurück ins Klostertal und immer noch gut fahrbar weiter zum Silvrettasee.

Die Abende nach den erlebnisreichen Tourentagen waren stets ausgelassen und gesellig. Man hatte genug Zeit, Erlebtes Revue passieren zu lassen oder den Gitarren- und Mundharmonikaklängen zu lauschen und mitzusingen. Die Krönung der schönen Abende ist die inzwischen legendäre Feuerzangenbowle von Helmut, der auch mit seiner Ziehharmonika für Stimmung sorgte und zwischendurch in gespannter Ruhe seine Geschichten zum Besten gab. Am Samstag endete die herrliche Tourenwoche mit dem obligatorischen Hüttenputz. Man nimmt von liebgewonnen Gleichgesinnten Abschied und lässt nochmals die mustergültig aufkochende Köchin Silvia hoch leben.

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